16.05.2008
Meisterschale, Autokorso, Rathausbalkon: Mit einer rauschenden Party in rot-weiß und 13.000 Litern Paulaner-Freibier auf dem Marienplatz will der FC Bayern am Samstag gegen Hertha BSC noch einmal ausgiebig seinen 21. deutschen Meistertitel feiern. „Ich freue mich einfach auf ein Fußballfest, hoffe, dass wir den 69.000 im Stadion noch mal ein schönes Spiel zeigen können und dass wir das Spiel erfolgreich gestalten“, sagte Ottmar Hitzfeld vor dem Bundesligafinale 2007/08 (mehr zum Party-Programm HIER).
Für ihn wie für Kapitän Oliver Kahn ist es kein Spiel wie jedes andere, denn ist das letzte für den FC Bayern. Für Kahn wird es sogar der allerletzte Auftritt als Fußball-Profi sein. „Es ist schon etwas Außergewöhnliches, gemeinsam mit dem Trainer aufzuhören, der mich viele Jahre begeleitet hat, mit dem mich so Vieles verbindet: große Erfolge und große Niederlagen“, sagte der 38-jährige Schlussmann.
Sieben Mann gehen
Aber nicht nur Hitzfeld, der am Samstag seine Rekordmarke als Tabellenführer auf 199 hochschraubt, und Kahn werden verabschiedet, auch die Zeiten von Torwarttrainer Sepp Maier nach fast einem halben Jahrhundert beim FC Bayern („Irgendwann ist Schluss, aber es war keine Arbeit, sondern Spaß“), von Keeper-„Oldie“ Bernd Dreher, Co-Trainer Michael Henke oder von Jan Schlaudraff sind vorbei.
Sportlich ist die Partie des Münchner Double-Gewinners gegen den Tabellen-Neunten aus Berlin (ab 15.15 Uhr im Liveticker und im FCB-tv-Webradio) fast ohne Bedeutung. Fast, denn für die Bayern geht es noch um zwei lohnenswerte Ziele. Zum einen kann der 20 Jahre alte Gegentor-Rekord (22 Tore) von Werder Bremen noch geknackt werden. „Wir haben jetzt 20 Gegentore und wollen Oliver Kahn mit einem Zu-Null-Spiel verabschieden. Ich hoffe, wir werden die Konzentration noch mal hochhalten", sagte Hitzfeld.
Toni ist heiß auf die Kanone
„Unsere Defensivspieler sind heiß auf den Rekord, da konzentrieren wir uns noch mal richtig drauf“, versprach Kahn, der seine letzte Bundesligapartie aber gerne auch ohne diesen zusätzlichen „Druck“ gespielt hätte. „Das einzige, was mich stört, ist dieser Rekord. Aber das passt ja irgendwie.“
Zum anderen will Luca Toni seinen ersten Platz in der Torjägerliste verteidigen. „Für mich wäre das schon wichtig und schön, diese großartige Saison damit zu beenden - am besten noch mit einem Tor vor den eigenen Fans“, sagte der Italiener, der mit bisher 21 Toren eigentlich klar vor dem Stuttgarter Mario Gomes (18) führt. „Ich sehe Lucas Chancen bei 98, 99 Prozent, denn ich glaube nicht, dass Gomes drei oder vier Tore schießen wird. Und Luca macht bestimmt auch eins", ist sich Hitzfeld sicher.
Klose feiert Comeback
Sicher ist auch, dass Miroslav Klose nach seiner Nasen-OP für das Saisonfinale in den Kader zurückkehrt. Auch Luca Toni und Franck Ribéry sind nach überstandenen Blessuren einsatzbereit. Fehlen werden lediglich Lucio, Hamit Altintop (beide Reha bzw. Aufbautraining) und Willy Sagnol (Zerrung). Über die genaue Aufstellung wollte Hitzfeld aber auch in seinem letzten Spiel auf der Bayern-Bank wie immer keine näheren Angaben machen.